Das Jahr ist noch jung und Sie haben vielleicht schon seit Beginn eine klare Vision, wohin es in diesem Jahr gehen soll. Oder welche Träume, Wünsche, Ideen für Sie Realität werden sollen? Oder Sind Sie eher jemand, der bzw. die sich treiben lässt und schaut, wohin das Leben Sie führt?
Beides ist absolut in Ordnung und weder gut noch schlecht. Ich persönlich merke jedoch, dass es mir leichter fällt, mein Leben nach meinen Vorstellungen zu gestalten, wenn ich eine klare Ausrichtung habe. Deshalb lade ich Sie heute dazu ein, sich schreibend Gedanken über eine mögliche Ausrichtung zu machen – für dieses Jahr oder eine andere vor Ihnen liegende Zeitspanne.
Den inneren Kompass ausrichten
Zu Jahresbeginn stehen wir an einem Punkt, der sich anbietet für Reflexion und Neubeginn. Hinter uns liegt das vergangene Jahr, unser bisheriger Lebensweg, vor uns breitet sich Neues aus: das neue Jahr, unsere Zukunft auch über das Jahr hinaus. So eignet sich der Jahreswechsel immer wieder gut dazu, innezuhalten und uns neu auszurichten, den eigenen inneren Kompass zu befragen.
Ein Kompass zeigt uns nicht das Ziel, aber er gibt eine Richtung. Er hilft uns, am Weg zu bleiben und uns nicht zu verirren. Unsere Werte, Sehnsüchte und (tiefen) Wünsche erfüllen eine ähnliche Funktion: Sie zeigen uns den Weg. Dazu folgende Schreibeinladung:

Was gibt mir Richtung?
Beginnen Sie mit dieser Frage und schreiben Sie in freier Assoziation alles auf, was Ihnen dazu in den Sinn kommt. Alternativ können Sie auch ein Cluster, Mindmap oder eine Liste machen und Stichworte notieren wie Werte, Menschen, Tätigkeiten, innere Haltungen, Qualitäten (z. B. Freiheit, Sicherheit, Kreativität, Verbundenheit, Ruhe, Wachstum) etc.
Schreiben und sammeln Sie für circa 15 Minuten ohne Wertung, danach schauen Sie sich Ihr Freewriting, Ihre Liste oder Ihr Cluster an:
- Welche Begriffe ziehen Ihre Aufmerksamkeit besonders an?
- Wo spüren Sie Resonanz im Körper?
- Welche Worte fühlen sich an nach: „Ja, das bin ich!“
Wählen Sie dann einen Begriff und schreiben Sie 10–15 Minuten frei dazu, beginnend mit einem der folgenden Satzanfänge:
- „Im kommenden Jahr möchte ich mich stärker ausrichten an …“
- „Wenn ich meinem inneren Kompass folge, bedeutet das …“
Zum Abschluss formulieren Sie einen Leitsatz/Ausrichtungssatz für Ihr neues Jahr. Damit meine ich keinen Vorsatz, sondern eine innere Leitlinie, die Sie wie ein Kompass durch Ihr Jahr führen wird.
Das neue Jahr als leeres Blatt
Ein neues Jahr gleicht einem frischen Blatt Papier. Es ist noch unbeschrieben, offen für Ideen und überraschende Wendungen. Dieser Schreibimpuls lädt Sie ein, das neue Jahr nicht als To-do-Liste zu betrachten, sondern als Entwurf, den Sie mitgestalten dürfen.
Nehmen Sie dazu ein leeres Blatt, betrachten Sie es mit neugierigem Interesse und nehmen war, welcher Impuls in Ihnen aufsteigt.
Schreiben Sie nun mehrere mögliche Überschriften für Ihr neues Jahr auf, gerne spielerisch und kreativ: Es darf ein einzelnes Wort sein oder ein Satz, ein Titel wie bei einem Buch oder Film oder eine Metapher. (z.B. „Jahr der … (Klarheit/Freude/Liebe…)“ oder „Mut zur Lücke“, „Ein Jahr im eigenen Rhythmus“ oder „maximal leicht“ u.v.m.).
Sammeln Sie gerne mehrere Varianten. Dann wählen Sie eine Überschrift aus und schreiben Sie dazu, solange Sie möchten.
Vielleicht wird der Text sogar eine Art „Drehbuch“ für das kommende Jahr?

Drei geniale Fragen zur Visionsfindung
Auch die folgenden Fragen bzw. Satzanfänge helfen dabei, eigene (oft tief verborgene) Träume, Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen, ihnen Raum zu geben und sie so schließlich zu einer klaren Vision zu führen. Sie bringen Hindernisse ans Licht, aber auch Möglichkeiten und Lösungen!
Am besten schreiben Sie frei und intuitiv in einem Zug alles nieder, was Ihnen dazu einfällt. Geben Sie sich dafür mindestens 10 Minuten Zeit, gerne auch länger. Sie können nur einen der Impulse wählen oder zu allen dreien schreiben:
- „Was würde ich heute beginnen, wenn ich wüsste, dass es ganz sicher gelingt?“
- „Wenn ich keine Angst hätte, dann würde ich …“
- „Wenn alles möglich wäre …“
Im Anschluss lesen Sie das Geschriebene noch einmal durch und formulieren kurz und knackig Ihre „Ernte“ nach dem Motto „Wenn ich das lese, fühle/ denke/ erkenne ich…“ (1 Satz)

Viel Freude beim Schreiben, Visionieren und (neu) Ausrichten
wünscht Ihnen von Herzen
Alexandra Peischer
Alle Fotos: unsplash.com