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Schreib-Impuls Nr. 1

Listen schreiben

 

Schreib dir doch heute einfach mal eine Liste, was du in diesen Tagen der Ausgangssperre bzw. der beschränkten Freizeitmöglichkeiten (ist ja nicht überall gleich) alles machen könntest:

  • Was kannst du angehen, was schon lange fällig ist?
  • Was ist liegengeblieben und gehört aufgearbeitet?
  • Was kannst du zur aktuell für viele Menschen schwierigen Situation beitragen? Wo dich einbringen?
  • Welche kreativen Tätigkeiten möchtest du in deinen Tagesplan aufnehmen?
  • Was könntest du Neues ausprobieren? Was hast du vlt. noch nie gemacht?
  • Welche Menschen möchtest du anrufen (einmal oder regelmäßig)?
  • Gibt es jemanden, dem du gerne mal einen Brief oder eine nette Karte schreiben würdest?
  • ...

Schreib so lange du möchtest.
Dann häng dir die Liste irgendwo an einer zentralen Stelle auf, wo du sie gut sehen und sie jederzeit ergänzen kannst.

Komm jeden Tag in der Früh darauf zurück und wähle, was heute dran ist. Oder schau immer dann drauf, wenn dir die Zeit lang wird oder die Decke auf den Kopf zu fallen droht…


 

Schreib-Impuls Nr. 2

Selbsterforschung

 

Heute wird es reflexiv: Erforsche dich selbst und schau genau hin, was diese momentane Situation mit dir macht: emotional, gedanklich und körperlich.

Schreib zu folgenden Fragen jeweils 5-10 Minuten lang frei drauflos. Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist, komm zur Ruhe, atme ein paar Mal tief durch und dann leg los:

  • Was löst das Wort "Ausgangssperre" in dir aus? Welche Erinnerungen, Situationen, Bilder und Gefühle kommen hoch?
    (bei mir persönlich tauchte z.B. als erstes die Erinnerung an "Hausarrest" auf...)
  • Wie ist es mit den Begriffen "Verkehrsbeschränkung", Schließung, Absage,...? Und Pandemie, Epidemie, Seuche...? Wie reagierst du auf all diese Wörter, die wir in diesen Tagen so oft hören und lesen? Was machen sie emotional mit dir? Was mit deinem Geist?
  • Wie gehst du mit deinen Reaktionen um? Lebst du sie aus, verdrängst du sie, wertest du sie (gut oder schlecht)? Oder kannst du sie einfach wahrnehmen und akzeptieren, dass sie da sind?
  • Falls unangenehme Gefühle und Gedanken auftauchen: Wie kannst du konstruktiv und positiv damit umgehen? Wer oder was unterstützt dich dabei?

Schreib, so lange du möchtest. Wenn du magst, lies dir danach alles noch einmal durch, mach einen Strich drunter und notiere dir eine Erkenntnis oder einen positiven Leitsatz, der sich daraus ergibt.


 

Schreib-Impuls Nr. 3

Die WIDEG-Frage

 

Heute gibt es nur eine einzige Frage und ich lade dich ein, sie schreibend zu beantworten.

Ich habe sie durch Br. David Steindl-Rast und sein Dankbar-leben-Netzwerk (www.dankbar-leben.org) kennengelernt. Gestern habe ich gelesen, dass sie ursprünglich von Viktor Frankl stammt und als WIDEG (kurz für: Wofür ist das eine Gelegenheit?)-Frage bekannt ist.

Ich finde diese Frage immer dann wichtig und spannend, wenn es um schwierige Situationen geht. Wenn die Dinge nicht so laufen, wie wir es uns vorstellen oder wünschen. Oder wenn wir für etwas einmal nicht dankbar sein können, wie z.B. für die „Corona-Krise".

Die FRAGE lautet also:
Wofür ist diese Situation eine Gelegenheit?

  • für mich persönlich (z.B.: Ich kann meiner Angst begegnen, mich neu orientieren…)
  • für die Gesellschaft (z.B.: Solidarität und Zusammenhalt spüren, soziales Engagement übernehmen…)
  • für die Welt (z.B.: der Natur eine Pause geben, unsere Konsumgesellschaft hinterfragen,...)

 

Schreib-Impuls Nr. 4

Sich selbst etwas Gutes tun

 

Womit kannst du dir selbst heute etwas Gutes tun?

Nachdem es auf vielen Ebenen gerade ziemlich herausfordernd ist und wir alle uns erst an die neue Situation gewöhnen, darin zurechtfinden müssen, ist es besonders wichtig, dabei gut auf uns selbst zu schauen!

Also schreib‘ doch heute mal ein paar Ideen nieder, wie du dir selbst Gutes tun kannst?

Beginn mit einem Freewriting zur Frage „Wie sieht ein idealer, dir wohltuender Tag ganz grundsätzlich für dich aus?"
Nach ca. 10 Minuten geh‘ über zur Frage, was davon du auch JETZT– in dieser Zeit des „stay@home“ - umsetzen kannst. Oder vielleicht sogar gerade jetzt?

Am Ende lies‘ dir alles noch einmal durch und notiere 1-3 Dinge, die du dir heute oder in den nächsten Tagen gönnen wirst.


 

Schreib-Impuls Nr. 5

Meine Vision für die Welt

 

Gerade in Zeiten, wo das aktuelle (Welt-)Geschehen alles andere als positiv ist, hilft es unserer Seele, dennoch positiv zu denken und eine gute und schöne Vision dieser Welt zu entwerfen. Ein bisschen von dem, was wir uns erträumen und aus tiefstem Herzen wünschen, darf sich dann Stück für Stück manifestieren…

Also schreib heute frei von der Seele weg:

  • Was wünschst du dir für diese Welt?
  • Wie schaut eine ideale Welt für dich aus?
  • In welche Richtung sollte es gehen?

Phantasiere und träume ganz ohne Einschränkungen. In deiner Vision ist alles erlaubt, selbst wenn es noch so unrealistisch ist oder scheint, gerade jetzt.

Lass deinen Gedanken und Gefühlen freien Lauf, solange du willst. Bade in diesem Traum einer positiven Welt, in der alle Menschen gesund und glücklich sind. Erfreu‘ dich an den Bildern, die kommen.

Wenn du genug geträumt hast, bewahre dieses Bild in deinem Herzen und spüre das Gefühl, das sich dabei in dir ausbreitet. Dieses Gefühl darf bleiben, auch wenn das Bild langsam verblasst und du schaust, welche kleinen Teile davon auch in der Realität möglich wären. Und wo du vielleicht sogar schon einen winzigen Funken davon ahnen oder spüren kannst. Dieser Funke möge dir ein Anker in diesen schwierigen Tagen sein!


 

Schreib-Impuls Nr. 6

Brief aus der Zukunft

 

Heute wird‘s spannend. Dein zukünftiges Selbst schreibt dir einen Brief!

Stell dir vor, es ist bereits Herbst oder gar schon Ende dieses Jahres. Es geht dir gut und du hast die Corona-Krise gut überstanden. Eine gewisse Normalität ist wieder eingekehrt, auch wenn sich manches vielleicht verändert hat.

Schließe dazu am besten für ein paar Momente deine Augen und denk dich so gut wie möglich in diese Situation hinein. Spüre, wie sie sich anfühlt. Nimm wahr, was für Bilder auftauchen.

Dann nimm Papier und Stift und schreib‘ aus dieser Perspektive heraus einen Brief an dein heutiges Ich, also an dich selbst ins Jetzt. :-)
Erzähle, wie es dir in den letzten Monaten ergangen ist und wie du es geschafft hast, alles gut durchzustehen. Was hat dir geholfen, die Herausforderungen zu meistern? Welche persönlichen Stärken konntest du nutzen? Wo waren deine Kraftquellen? Welche anderen Umstände, Dinge oder Menschen waren wertvoll für dich? Was hast du dazugelernt in dieser Zeit?

Schreib‘ alles auf, frei und intuitiv. Dein zukünftiges Selbst spricht (bzw. schreibt), du brauchst also gar nichts zu tun, außer die Worte durch deine Hand und den Stift fließen zu lassen. ;-)

Wenn der Brief fertig ist, kehr‘ wieder in dein jetziges Selbst zurück und lies‘ den Brief durch. Staune und freu‘ dich über das, was da steht. Wenn du magst, unterstreiche dir wichtige Passagen und/oder schreib‘ am Ende noch eine Erkenntnis darunter!


 

Schreib-Impuls Nr. 7

Zwischenbilanz

 

Bereits eine ganze Woche sind wir nun schon daheim („stay@home“/Ausgangssperre/Quarantäne – je nachdem...). Wie ist es dir in dieser Woche ergangen?

Ich lade dich heute ein, eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen, um mit den Erkenntnissen daraus gestärkt in die nächste Woche zu gehen:

  • Was ist dir besonders schwer gefallen in dieser Woche?
  • Was war bisher deine größte Herausforderung?
  • Hattest du spezielle Krisentage/ -momente? Wodurch wurden sie ausgelöst?
  • Was waren gute Momente? Warum?
  • Gibt es Dinge/Situationen/Augenblicke, für die du dankbar bist?
  • Was möchtest du in der kommenden Woche anders machen? Und was darf so bleiben?

Schreib wie immer frei und intuitiv. Erinnere dich: Du schreibst nur für dich, alles ist erlaubt. Du darfst auch ruhig ehrlich zu dir selbst sein... ;-)


 

Schreib-Impuls Nr. 8

Was ist dein Beitrag?

 

Kannst du dich noch an den Schreib-Impuls Nr. 5 vor ein paar Tagen erinnern? Da habe ich dich dazu eingeladen, zu überlegen, was deine VISION für diese Welt ist.

Heute möchte ich dich noch einmal darauf zurückführen. Lies dir zuerst durch, was du damals geschrieben hast. (Falls du diesen Impuls nicht mitgemacht hast, kannst du das jetzt nachholen).

Dann nimm deinen Stift und schreib‘ deine Gedanken auf zur Frage:
„Was kann ich dazu beitragen, dass meine Vision für diese Welt ein Stück realer wird?
Welchen (kleinen) Schritt, welchen winzigen Beitrag kann ich leisten in Richtung meiner Wunsch-Welt?“

Ich glaube fest daran, dass jede Krise auch eine Chance in sich birgt: Eine Chance auf Veränderung. Und wir alle dürfen einen Beitrag dazu leisten.

Ich freu mich, wenn du heute (schreibend) deinen Beitrag klarer sehen kannst.


 

Schreib-Impuls Nr. 9

Liebesbrief an dich selbst

 

Heute darfst du dir etwas Gutes tun: dir selbst einen Liebesbrief schreiben!

Wie oft kritisieren wir uns selbst, sehen nur das, was wir (noch) nicht so gut können, was wir nicht mögen an uns. Wir sehen unsere Schwächen und Fehler und nur selten auch unsere Stärken und Fähigkeiten, unsere Liebenswürdigkeiten. Und selbst wenn wir sie kennen, trauen wir uns oft nicht, sie auszusprechen - aus Angst, eingebildet zu wirken.

Deshalb darfst du heute mal ganz bewusst dich selbst loben und dir deine Liebe aussprechen!
Schreib zuerst einfach ein paar Stichworte auf:

  • Was magst du an dir? (Verhaltensweisen, Eigenschaften, Fähigkeiten, Äußerlichkeiten,…: vom kleinen Zehen bis zu deiner Gabe, gut zuzuhören...)
  • Was findest du besonders liebenswürdig? (Tolle Eigenschaften wie z.B. dein schwarzer Humor bis hin zu kleinen Ticks und Marotten, die wir doch alle haben...)
  • Was macht dich einzigartig?

Du wirst staunen, wie viel du findest, wenn du dir Zeit lässt und dich einfach mal traust! Weg mit dem Glaubenssatz „Eigenlob stinkt“, hin zum Gedanken: „Eigenlob duftet“ – wie ein Parfum, das ich mir auflege…

Wenn du genug gesammelt hast, beginne deinen Liebesbrief an dich selbst zu schreiben. Ganz so, wie du es auch tun würdest, wenn du deinem/deiner Liebsten einen Brief schreibst. Richtig auf Briefpapier mit Herzchen und so… <3

Wenn du magst, steck den Brief danach in ein Kuvert, leg ihn irgendwo in eine Schublade, wo du ihn später mal zufällig finden wirst und dich dran erfreuen kannst. Oder du klebst eine Briefmarke drauf und bittest einen lieben Menschen, ihn dir irgendwann einmal zuzuschicken (der Zufall entscheidet) oder zu einem bestimmten Zeitpunkt (dann schreib ein Datum drauf).
Wenn du elektronisch schreiben magst, kannst du dafür die Plattform „futureme.org“ verwenden. :-)


 

Schreib-Impuls Nr. 10

Jemandem eine Freude bereiten

 

Gestern hast du einen Brief an dich selbst geschrieben, heute lade ich dich ein, einen Brief an jemand anderen zu schreiben.

Mach dir zuerst eine Liste: Welche Personen fallen dir ein, denen du mit einem Brief eine Freude machen könntest?

  • Personen, die du schon lange nicht mehr gesehen hast oder denen du schon lange mal schreiben wolltest
  • Menschen, die dir besonders wichtig sind
  • Personen, die vlt gerade jetzt einsam sind und sich über eine Nachricht und eine kleine Aufmunterung besonders freuen würden
  • Menschen, bei denen du dich für etwas bedanken möchtest

Dann wähle eine Person aus der Liste und schreibe einen schönen, langen Brief. Erzähle aus deinem Alltag, wie es dir gerade geht, teile kleine Anekdoten und Begebenheiten oder Erinnerungen an gemeinsam erlebte Momente. Wenn es passt, bedanke dich bei diesem Menschen für das, was euch verbindet oder für das, was du an ihr/ihm schätzt.
Falls du nur wenig Zeit hast, schreib zumindest eine Postkarte. :-)

Schicke den Brief oder die Postkarte ab und male dir aus, wie sich der/die andere darüber freuen wird.

PS: Falls du grad recht viel Zeit hast, spricht nichts dagegen, gleich mehrere Briefe zu schreiben… ;-)


 

Schreib-Impuls Nr. 11

Was gibt dir Hoffnung?

 

Die Krise hält uns fest im Griff, fast zwei Wochen schon leben wir – zumindest hier in Tirol – in Quarantäne. Auch die Nachrichten aus anderen Ländern sind eher düster, rundherum verbreiten sich Angst, Sorgen sowie finanzieller, psychischer und z.T. auch physischer Stress.
Umso wichtiger ist es, dass wir zwischendurch immer wieder ganz bewusst den Fokus auf das Gute, das Lichtvolle und das Positive richten.

Deshalb gibt es heute zwei Fragen als Schreibanregung:
Was gibt dir Hoffnung in all der Dunkelheit? Was macht dir Mut?

Schreibe mindestens 10 Minuten frei und intuitiv. Vielleicht fällt dir nicht gleich etwas ein, aber ich bin mir sicher, dass spätestens nach ein paar Minuten doch etwas auftauchen wird. Und noch etwas. Und noch etwas.

Nach 10 oder 15 Minuten lass den Stift ruhen, lies noch einmal, was du geschrieben hast und beobachte, wie sich diese Worte auf dein Befinden auswirken: auf deinen Geist, deine Emotionen und deinen Körper.

Falls du noch Lust und Zeit hast, schreib‘ noch ein „Akrostichon“ zum Wort HOFFNUNG oder MUT. Dazu schreibst du die Buchstaben des Wortes untereinander, diese bilden dann jeweils den Amfang eines Begriffes (oder eines Satzes), z.B.

H eilung
O ffenheit
F röhlichkeit
F rühling
N achbarschaftshilfe
U mweltschutz
N atur
G emeinschaft

Statt einzelner Wörter können auch mehrere Worte oder gar Sätze in jeder Zeile stehen, vielleicht entsteht sogar ein zusammenhängender Text.


 

Schreib-Impuls Nr. 12

Frühlingserwachen

 

Die Natur geht ihren Weg – unbeeindruckt vom Weltgeschehen und der Corono-Krise. Alles erwacht zu neuem Leben, überall treiben Knospen aus, viele Bäume blühen schon in herrlichster Pracht.
Für heute ist ein warmer Frühlingstag vorausgesagt, also nützen wir ihn, genießen wir die Sonne und die aufkommende Wärme: Bei einem kurzen Spaziergang (sofern möglich), am Balkon oder zumindest durchs Fenster! Und auf alle Fälle schreibend… Denn das geht immer. :-)

Dazu gibt‘s heute den Link zu einem Schreibimpuls, den ich letztes Jahr im Februar geschrieben habe. Er passt (bis auf den ersten Absatz) gerade sehr gut, finde ich: https://www.schreibraum.com/newsletter/schreib-impuls-zeit-des-erwachens/


 

Schreib-Impuls Nr. 13

Zwischenbilanz II

 

Wieder ist eine Woche vergangen seit Einführung der Ausgangssperre. Und wieder gibt es die Chance, aus deinen Erfahrungen zu lernen und ggf. für die nächste(n) Woche(n) den Kurs zu ändern!

Dazu beantworte dir selbst folgende Fragen:

  • Wie ist es dir in dieser zweiten Woche „stay@home“ ergangen?
  • Was ist besser geglückt als in der ersten Woche? Warum?
  • Was ist weniger gut geglückt? Warum?
  • Gab es neue Herausforderungen? Wie hast du sie gelöst?
  • Was waren gute Momente? Was weniger gute?
  • Wofür bist du dankbar?
  • Welche Menschen sind dir eine Stütze in dieser Zeit?
  • Was möchtest du in der kommenden Woche anders machen? Und was darf so bleiben?

Schreib auch heute wieder frei und intuitiv. Sei ehrlich mit dir und lerne aus deinen Erkenntnissen.


 

Schreib-Impuls Nr. 14

Dialog mit der Angst

 

Wie geht es dir mit deiner Angst?
Die immer strengeren Schutzmaßnahmen, die drohende Wirtschaftskrise, die Ungewissheit über die Zukunft… All das macht Angst, da können wir noch so positiv denken und unseren Geist „im Griff“ haben.

Angst ist jedoch grundsätzlich nichts Negatives. Sie kann uns auch schützen. Oder uns aufzeigen, wo wir gut/besser auf uns schauen sollten. Uns wachsam machen, uns warnen vor Gefahren… Aber sie kann uns auch lähmen. In eine gedankliche und emotionale Enge führen. Uns starr werden lassen und handlungsunfähig.

Deshalb lade ich dich heute ein, dich ganz bewusst mit deiner Angst zu beschäftigen. Dich ihr liebevoll zuzuwenden. Mit ihr zu sprechen und hören, was sie dir zu sagen hat.*

Nimm dir dafür mindestens 20 Minuten Zeit. Suche dir einen Platz, an dem du ungestört bist und komm zur Ruhe. Lass deinen Atem fließen und lausche nach innen. Nimm deine Angst wahr, ohne sie zu bewerten. Schau mit Liebe und Neugier hin, als ob die Angst ein kleines Kind wäre, das du im Arm haltest.

Dann nimm‘ Stift und Papier und schreib‘ einen Dialog mit deiner Angst. Ja, einen richtigen Dialog am Papier. Stell der Angst Fragen: „Angst, was willst du mir sagen?“ oder „Wofür bist du da? Was willst du von mir?“ oder „Liebe Angst, was kann ich tun, damit du dich wieder zurückziehst?“, „Wie kann ich besser mit dir umgehen?“ etc.

Lass die Angst in Ruhe antworten. Hör in dich hinein und lass den Stift fließen. Vielleicht hat deine Angst noch einen anderen Namen oder eine ganz bestimmte Stimme. Lausche, sie wird dir antworten!

Fahre so lange fort mit dem Dialog, bis all deine Fragen beantwortet sind oder ihr einen Kompromiss gefunden habt, wie ihr miteinander umgehen könnt und wollt.

Zum Abschluss mach‘ einen dicken Strich unter den Dialog, lies‘ euer Gespräch noch einmal durch und schreib‘ dann deine Erkenntnis darunter. Falls es dir hilft, schreib‘ sie auch noch auf einen Zettel und hänge ihn irgendwo gut sichtbar auf, damit du immer daran erinnert wirst, wenn die Angst wieder einmal Oberhand gewinnt.

*Achtung: Falls deine Angst sehr stark ist und/oder du schon einmal Panikattacken hattest, steig aus, sobald du merkst, dass dich die Gefühle „überschwemmen“ oder mach die Übung in Begleitung einer PsychotherapeutIn.


 

Schreib-Impuls Nr. 15

DANKSCHREIBEN

 

Vielleicht kannst du heute mal dankbar sein, trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen dieser Zeit.

Dankbar für die kleinen Freuden des Alltags – auch in Quarantäne gibt es solche hoffentlich. Oder dankbar für die Dinge, die dir bleiben, unabhängig davon, was im Außen vor sich geht. Das sind z.B. dein Atem, dein (gesunder) Körper, dein klopfendes oder weites Herz, deine inneren Kraftquellen, deine schönen Augen, dein starkes Immunsystem….

Schreib doch mal alles auf, wofür du dankbar bist, selbst jetzt in der Krise.

Aus dieser Liste suchst du dir dann eine Sache aus, für die du besonders dankbar bist und schreibst ein Dankesschreiben – so wie einen Brief.

Z.B. "Danke, lieber Atem, dass du jede Sekunde durch mich fließt, ganz ohne mein Zutun. Danke, dass du mich nährst und mich mit frischer Energie versorgst. Danke für…" usw.

Viel Freude beim dankbaren Schreiben!


 

Schreib-Impuls Nr. 16

Was kann ich daraus lernen?

 

Jede Krise ist auch eine Chance, das wissen wir ja alle. Ob wir sie nützen (können) oder nicht, liegt großteils an uns. Deshalb heute meine Einladung, einmal zu überlegen, was DU persönlich aus dieser Krise lernen kannst bzw. bereits gelernt hast.

Beginne mit einem Freewriting zu genau dieser Frage: „Was kann ich aus oder von dieser Krise lernen?“
Schreib frei und unzensuriert alles auf, was dir in den Sinn kommt.

Oder du machst dir eine Art Tabelle und schreibst in die linke Spalte alle Herausforderungen, die diese Zeit mit sich bringt - für dich ganz persönlich. In die rechte Spalte kommt dann jeweils das, was du daraus gelernt hast (oder dabei bist, zu lernen. ;-))

Das könnte z.B. so aussehen:

  • HERAUSFORDERUNG → GELERNTES
  • Homeoffice → neue technische Tools kennengelernt
  • Homeschooling → viel über meine Kinder gelernt, aber auch über das Unterrichten und den Lehrstoff der Volksschule
  • Geschlossene Gasthäuser → neue, schmackhafte Gerichte ausprobiert
    usw.

Diese Liste ist laufend erweiterbar und kann dich vlt. auch noch in den nächsten Wochen begleiten. Mal schauen, wie deine Schatztruhe an neu Gelerntem sich füllen wird…


 

Schreib-Impuls Nr. 17

Was will neu werden?

 

Ostern klingt noch nach und daher ist der heutige Schreib-Impuls auch ein kleines bisschen ein Osterimpuls. ;-)

Zu Ostern feiern Christen die Auferstehung Jesu. Es geht aber zu Ostern auch im übertragenen Sinne um Auferstehung: Vom Schmerz (Karfreitag, Kreuzigung) zur Freude (Ostersonntag, Auferstehung). Es geht um das Loslassen des Alten und das Ankommen im Neuen. Vielleicht sogar darum, selbst neu zu werden: Nicht gleich ein anderer Mensch, aber vlt. mit einer neuen Eigenschaft? Einem neuen Hobby/Interesse? Einer neuen Gewohnheit? Gar einer neuen Leidenschaft?

All dem darfst du jetzt schreibend nachgehen. Du kannst das auf dein Leben ganz allgemein beziehen oder auf die momentane, sehr spezielle (Corona-)Zeit.
Schreib wie gewohnt zu jeder Frage 5-10 Minuten intuitiv und frei, was immer dir in den Sinn kommt. Ohne den Stift dabei abzusetzen, ohne viel nachzudenken. Es geht mehr ums Spüren. Deine schreibende Hand führt dich!

Hier die Impuls-Fragen:

  • Was ist vorbei? Was kann ich getrost loslassen, gehen/sterben lassen?
  • Was will neu werden in mir?
  • Was will wieder auferstehen, was vielleicht nur totgeglaubt war?
  • Was beginnt sich bereits zu entfalten, zu wachsen?

Und dann mach einen Schritt weiter und sieh das große Ganze, die Welt, unsere Gesellschaft:

  • Was ist für diese Welt jetzt vorbei? Was könn(t)en wir getrost loslassen, gehen/sterben lassen?
  • Was will in der Welt gerade neu werden?
  • Was will in unserer Gesellschaft, unserem Leben als Gemeinschaft wieder auferstehen, was vielleicht nur totgeglaubt war?
  • Was beginnt sich bereits zu entfalten, zu wachsen in dieser besonderen Zeit?


Wenn du magst und noch inspiriert bist, schreib noch ein Gedicht. Forme zum Beispiel ein „Elfchen“ aus deinen Antworten, deinen Gedanken.

Ein ELFCHEN ist ein Gedicht aus 11 Wörtern in folgender Form:
1. Zeile: 1 Wort (meist das Thema)
2. Zeile: 2 Wörter
3. Zeile: 3 Wörter
4. Zeile: 4 Wörter
5. Zeile: 1 Wort (kann so etwas wie eine Zusammenfassung sein oder ein Aha-Moment, eine Umkehrung)

Ein Beispiel von mir:
Ostern
im Herzen:
Lebendigkeit und Freude,
von innen heraus blühen.
Auferstehung!


Ich wünsche dir eine kraftvolle Neu-Werdung und Auferstehung!


 

Schreib-Impuls Nr. 18

Stärkende Sätze basteln

 

Heute wollen wir uns selbst stärkende Sätze schreiben. Denn immer noch gibt es viele Einschränkungen in unserem täglichen Leben - beruflich wie privat. Vieles, was wir vermissen, können wir (noch) nicht wie gewohnt tun oder erleben. Umso wichtiger ist es, immer wieder darauf zu schauen, was trotz der Einschränkungen möglich ist.

Deshalb die folgende Schreib-Einladung an dich:
✍️ Schreib alles auf, was du derzeit vermisst, was gerade nicht möglich ist, was dir Angst macht, was dich traurig macht...
✍️ Danach schreibe auf, was sehr wohl möglich ist, was dich freut, was dich zuversichtlich stimmt, was dich stärkt...

Achte darauf, dass die beiden Listen ungefähr gleich lang werden. Vergiss dabei nicht auf die kleinen Dinge des Alltags, die einen großen Teil unserer Lebensfreude ausmachen.

Im Anschluss kannst du aus deinen Notizen stärkende Sätze basteln, am besten nach folgendem Muster*:

1. Satzteil: Das Schwere (=ein Punkt von der ersten Liste; also etwas, was gerade nicht geht oder schwierig ist). Beginn den Satz mit „Auch wenn...“

2. Satzteil: Das Mögliche/Stärkende (=ein Punkt aus der zweiten Liste; also etwas, was ich tun kann, etwas Positives, Stärkendes)

Das sieht dann so aus: Auch wenn……….....… , ......……………!

Beispiele:
- Auch wenn ich derzeit meine Eltern nicht besuchen darf, kann ich dennoch mit ihnen telefonieren.
- Auch wenn mich das Home-Office nervt, lerne ich dabei viele neue technische Tools kennen.
- Auch wenn ich das Singen im Chor sehr vermisse, trällere ich daheim vor mich hin und stimme manchmal ein Lied an mit meiner Nachbarin – von Balkon zu Balkon.
- Auch wenn mich die viele Online-Zeit anstrengt, freue ich mich auf den Feierabend-Aperól mit meinen Freundinnen via Videochat.
- Auch wenn mir manchmal die Decke auf den Kopf fällt, vertraue ich darauf, dass ich das schaffe und bald wieder bessere Zeiten kommen.

 

Schreib so viele Sätze auf, wie du magst. Dann wähle einen davon aus, der sich besonders gut anfühlt. Einen Satz, der dich deutlich spürbar stärkt und innerlich aufrichtet.
✍️ Diesen Satz schreib auf ein großes Blatt Papier, gestalte ihn hübsch und hänge ihn an einem Ort auf, wo du ihn oft siehst. Lies ihn dir immer wieder selbst laut vor, um ihn mehr und mehr zu verinnerlichen. Lass ihn zu deinem persönlichen Mantra werden!


Wer noch weiter mit stärkenden Sätzen spielen mag oder mehr Hintergrund-Infos dazu lesen möchte, schaut am besten auf diese Website:
www.innen-leben.org.
Hier haben die PsychotherapeutInnen Sabine Ebersberger und Michael Bohne viele Infos zusammengestellt und mit zahlreichen Muster-Sätzen ein wunderbares „Do-it-yourself-Kartenset“ gestaltet zum kostenlosen Download. Go for it!

*nach Ebersberger/Bohne 2019: "Der Selbstwert-Generator" (Carl-Auer-Verlag)


 

Schreib-Impuls Nr. 19

Brief an das Virus

 

Heute lade ich dich ein, einen Brief zu schreiben. Genaugenommen sogar zwei Briefe: Einen Brief an das Corona-Virus und einen von ihm an dich. :-)
Wie das funktionieren soll?
✍️
Stell dir vor, du könntest mit diesem Virus reden. Es hätte eine (greifbare) Gestalt und einen Namen (vlt. auch einen anderen oder zusätzlichen als „Corona“ oder „Covid-19“?). Und du könntest ihm endlich mal alles sagen, was du auf dem Herzen hast, was dich seit seiner Anwesenheit bedrückt…

(Vielleicht, dass dich seine Anwesenheit wütend macht? Oder sein stilles, unsichtbares Wirken? Oder dass du traurig bist, da du wegen ihm jetzt deine Eltern/Großeltern nicht sehen darfst? Deine Freunde nicht treffen und in den Arm nehmen kannst?
Vielleicht auch, dass du dich einsam fühlst seinetwegen?
Oder du möchtest ihm sagen, was du so schmerzlich vermisst seit seiner Gegenwart?
Vlt. gibt es ja auch etwas Positives, das du ihm sagen willst. Z.B. dass du in den letzten Wochen mehr Zeit fürs Schreiben hattest? Oder dass durch diese „Krise“ etwas in Bewegung geraten ist?)

Was immer es ist – schreib alles frei von der Leber weg, als Brief an das Virus. Wenn dir danach ist, kannst du den Brief auch tatsächlich auf Briefpapier schreiben, danach in ein Kuvert stecken und verbrennen. Oder einem Gewässer übergeben...
✍️
Später – das kann auch erst am nächsten Tag sein – schreib eine Antwort aus Sicht des Virus. :-)
Was antwortet dir Covid-19 (oder wie immer das Virus für dich heißt)?
Was möchte er (oder ist das Virus für dich weiblich?) dir sagen?
Vielleicht gibt er/sie dir ein Versprechen oder eine vage Idee davon, wie es weitergehen wird?

Auch in diesem Brief lass alles zu. In deiner Vorstellung schreibst du jetzt aus Sicht des Virus und darfst alles loswerden, was dir in den Sinn kommt. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Einfach schreiben, ohne viel nachzudenken.
✍️
Variante:
Als Variante könnest du statt der Briefe auch ein „Papier-Gespräch“ führen: Entweder zwischen dir und dem Virus oder zwischen verschiedenen Wissenschaftlern und dem Virus.
Bei der zweiten Variante kannst du z.B. Aussagen aus Zeitungen oder Zeitschriften ausschneiden, die das Virus betreffen und dann aus Sicht des Virus die Antwort oder eine Reaktion darauf geben.


 

Schreib-Impuls Nr. 20

Resümee ziehen

 

In diesem Schreib-Impuls geht es um einen Abschluss, ein Abrunden. Ich lade dich ein, auf die vergangenen Wochen zurück zu blicken und ein Resümee zu ziehen.

Beginne mit einem spontanen Freewriting, in dem du dich fragst:

  • Wie geht es mir aktuell?
  • Wie empfinde ich die Lockerungen?
  • Wo und wie spüre ich die „Nachwirkungen“ der Quarantäne und seiner Begleiterscheinungen?
  • Was genieße ich jetzt wieder besonders, was lange nicht möglich war?
  • Was vermisse ich noch?
  • Was machen die Sicherheitsmaßnahmen (Abstand, Mund-Nasen-Schutz…) mit mir?
  • Mit welchen Gefühlen blicke ich in die Zukunft?

Schreib‘, solange es dir gut tut.

Dann hol dir alles, was du in dieser Zeit der akuten Corona-Krise geschrieben hast, noch einmal her (dein Tagebuch und/oder die Schreib-Impulse). Lies alles noch einmal durch und unterstreiche dabei wichtige Wörter oder Sätze.

Im Anschluss schreib' ein zweites Freewriting:
Nachdem du all das am Stück gelesen hast, welches Resümee kannst du ziehen? Was nimmst du mit in die Zeit nach Corona (Erkenntnisse, Lernerfahrungen, Vorsätze...)?

✍️
Und wenn du dann noch Lust auf etwas Spielerisches hast, gestalte doch eine "Wortwolke":
Schreib alle (oder zumindest die wichtigsten) unterstrichenen Wörter auf eine Liste oder in ein neues Dokument am Computer. Dann mache eine "Wortwolke" daraus: Alle Wörter, die öfter vorkommen, sind groß, die anderen - je nachdem wie oft sie vorkommen - dementsprechend klein(er).
So erhältst du ein Gesamtbild, was in diesen Wochen für dich wichtig war und womit du dich beschäftigt hast. :-)

Wenn du am Computer arbeitest, kannst du deine Liste ins Programm „www.wordle.net“, „www.wordart.com“ oder „www.abcya.com“ eingeben, dann wird automatisch eine Wortwolke erstellt, die du auf verschiedene Art selbst gestalten kannst.
(Unten siehst du meine Wortwolke, gestaltet mit "abcya".)


 
 

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